Sonntag, 6. Juli 2008

Motivation des Pilgerns

Gefiel mir sehr und zutreffend:
ER CAMINO NACH SANTIAGO
Seine menschliche und spirituelle Dimension

Ein Weg bedeutet eine Strecke, die wir zurücklegen, um an ein Ziel zu gelangen. Was bedeutet der Weg nach Santiago? Etwas im Bereich des geistlichen Lebens oder der Kultur? Oder Tourismus? Wanderlust oder Freizeitbeschäftigung? Sport? Der Camino entstand aus dem Glauben unserer Vorfahren.
Die Leute, die sich über das Wesen des Caminos den Kopf zerbrechen, können kein richtiges Urteil über den Weg nach Santiago fällen. Dieser Weg ist nicht dazu da, um sich den Kopf zu zerbrechen, er muss erlebt werden.
Bedeutet er Kultur? Gewiss drückt sich deutlich der Glaube in den Kunstwerken aus, die es auf diesem Weg gibt. Sie finden auf diesem Weg ihre Vollendung; der Weg ist Ausdruck des Glaubens.
Was Wanderlust und Verlangen nach Sehenswürdigkeiten betrifft, so kann man nicht leugnen, dass so mancher Wanderer auf diesem Weg am Anfang sich nicht recht bewusst ist, was er da tut, aber am Ende kommt er Zur Erkenntnis seiner selbst und zur Erkenntnis Jesu. Wanderlust ist nicht an sich mit dem Weg nach Santiago verbunden. Das Wandern auf dem Camino darf nicht von vornherein als ein Suchen von Sehenswürdigkeiten betrachtet werden.
Freizeitbeschäftigung und Urlaub? Das kann sich ergeben, aber das ist nicht der Sinn dieses Wanderns. Für uns Menschen gibt es keinen Urlaub im geistlichen Leben. Hier müssen wir stets unentwegt auf der Suche sein.
Der Weg nach Santiago bedeutet:
Gemeinschaft aller Völker, die völkische Überheblichkeit ausschließt. Wir fühlen und hier alle als eine große Gemeinschaft und jeder einzelne fühlt sich als Glied dieser wandernden Gemeinschaft, Geschwisterlichkeit, Zusammenleben …..
Der Camino ist:
1. Ein finden zu sich selbst.
2. Ein Sich-Öffnen zu den Mitmenschen.
3. Ein Zugang zu unserem eigenen Inneren, damit wir unsere Fähigkeiten zu Hingabe an die Mitmenschen entdecken.
4. Ein Suchen und ein Finden: Ein Suchen nach dem eigenen Ich, denn wir sind uns oft selber ganz Unbekannte. Ein finden, denn wir finden Jesus von Nazareth.
5. Das Aufstellen einer Werte-Skala, denn die wirklichen Werte des Daseins befinden sich in diesem Zug des Lebens überlastet fühlen.
6. Ein Schmieden von Plänen, die wirklichkeitsnah und durchführbar sind, damit wir uns nicht durch das Leben überlastet fühlen.
7. Ein Gläubigsein aus Liebe, nicht aus Furcht und Angst.
8. Ein Zeuge-Sein für den Jesus der Geschichte und den Jesus des Glaubens.
9. Eine Zeit, unsere Fehler und Irrtümer einzusehen und auszumerzen.
10. Ein Angebot, um sich als Verkünder der Frohen Botschaft zu fühlen in einer Welt, die vom Bewusstsein der eigenen Sündhaftigkeit zu einem laxen Gewissen herabgesunken ist, das alles für erlaubt hält.
Habt keine Angst vor dem Leben! Vorwärts! Christus erwartet euch mit offenen Armen. Er will uns alle haben, um diese Welt zu verändern, wobei wir freilich bei uns selber anfangen müssen. Es ist nie zu spät!

Siegel der Pfarrei Augusto Losado Lopez, Pfarrer von Triacastela
E 27630 Triacastela, Lugo, Espana

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